Privacy- und Sicherheitsaspekte

Dissertation "Privacy- und Sicherheitsaspekte in ubiquitären Umgebungen" als Buch und als PDF
urspringschule
Dieser Artikel ist erst eine Stichwortsammlung. Im August gibt's davon eine Textversion...
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Hier noch ein kleiner Rückblick auf die Podiumsdiskussion vom letzten Montag. Kurz gefaßt: Ich fand die Aktion super - es ist toll, wenn eine Schule sich so bemüht, um Schülern Informationen über das nicht ganz unkomplizierte Thema zukommen zu lassen. Auch war es sicher nicht ganz einfach, entsprechende Gesprächspartner (und mit denen einen gemeinsamen Termin) zu finden - letztlich saßen neben mir auf dem Podium zwei Schüler, ein Vertreter der Ulmer Polizei sowie zwei Anwälte einer Ulmer Kanzlei. Die Diskussion war angeregt, aber stets auf einer sachlichen Ebene. Die anderthalb Stunden vergingen ruck-zuck, es war viel zu wenig Zeit, all die offenen Fragen anzusprechen.
Die iRights-Redaktion hat im Auftrag der Bundeszeentrale für politische Bildung ein Buch mit dem Titel "Urheberrecht im Alltag - kopieren, bearbeiten, selber machen" verfaßt und unter einer Creative-Commons-Lizenz (by-nd) als eBook veröffentlicht. Auf fast 400 Seiten wird für nicht-Juristen das Urheberrecht erläutert. Der Umfang macht deutlich, daß es keine ganz einfache Materie ist, jedoch ist der Part über die Privatkopie mit knapp 30 Seiten so kurz, daß ich eigentlich jedem ans Herz legen möchte, dieses Kapitel mindestens zu überfliegen. Darin kann man rasch die wichtigsten Fakten über das Kopieren, Weitergeben und Herunterladen von Musik, Filmen und Software erlesen.
Es dürfte der Alptraum aller Inhaber eines Internet-Anschlusses sein: Die Polizei steht mit einem Hausdurchsuchungsbefehl vor der Tür und beschlagnahmt sämtliche Computer und Datenträger. Der Vorwurf: Illegales Filesharing von Musik, Filmen oder schlimmerem (wie Kinderpornos). Die GVU berichtet von immer größeren Erfolgen im "Kampf gegen Raubkopierer", doch gibt es auch immer mehr Fälle, bei welchen sich Zweifel an den angewandten Verfahren auftun.
Die Sicherung von Beweismaterial erfolgt typischerweise durch einen "Probedownload" - vom (vermeintlichen) Anbieter eines illegalen Download-Angebots wird eine Probe heruntergeladen; diese wird gesichtet, und sollte es sich hierbei die Vermutung erhärten, so wird Zeitpunkt und IP-Adresse der Quelle notiert. Früher mußte nun Anzeige gegen Unbekannt gestellt werden, woraufhin die Ermittlungsbehörden beim Provider die zugehörigen Kundendaten erfragten; durch Akteneinsicht in die Untersuchungen erfuhren auch die Rechteinhaber diese Information und konnten so eine Abmahnung oder eine zivilrechtliche Klage anstoßen. Seit der letzten Überarbeitung des Urheberrechts ist der Zwischenschritt über eine Strafanzeige nicht mehr nötig; nun ist lediglich das Ok eines Richters nötig, um vom Provider die Zuordnung von IP-Adresse zu Kundendaten zu erhalten.
Doch häufen sich Anzeichen, daß bei diesem Procedere immer wieder geschlampt wird; so beobachtete eine Forschergruppe die Aktivität diverser Bittorrent-Sites mit einer eigens dafür geschriebenen Software (welche weder Up- noch Download implementiert hatte) - und kassierte dafür über 200 Urheberrechtsbeschwerden.
Unter dem Titel "Legal, illegal, scheißegal?" veranstaltet die Urspringschule, ein Internat hier in der Gegend, eine Podiumsdiskussion für ihre Schüler. Die Schüler sollen dabei über die Probleme mit den üblichen Fallstricken des Netzes für Jugendliche aufgeklärt werden: Dazu zählen sowohl Dinge wie Filesharing als auch Persönlichkeitsrechte (z.B. in sozialen Netzen wie SchülerVZ). Ich freue mich, daß ich (als Abordnung vom Ulmer CCC) ebenfalls auf dem Podium sitzen und mitdiskutieren darf - zum einen finde ich es toll, wenn Lehrer für ihre Schüler so etwas organisieren, zum anderen werden einige interessante Gesprächspartner (ein Schüler der Schule, zwei Anwälte und ein Vertreter der Polizei) mit auf dem Podium sitzen. So, und jetzt lese ich mich nochmal in den vorgeschlagenen Themen etwas ein... ;-)