Privacy- und Sicherheitsaspekte

Dissertation "Privacy- und Sicherheitsaspekte in ubiquitären Umgebungen" als Buch und als PDF
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Auch wenn die Geschichte inzwischen durch ist: Ich hatte mich diebisch über diese Mitteilung gefreut. Die NMPA (was in etwa der GEMA in Amerika entspricht) wollte die Tantiemen für Onlinemusik um 66% erhöhen - und Apple antwortete lapidar, daß man in diesem Falle iTunes dichtmachen würde, da es dann nicht mehr profitabel sei.
"Apple verkauft weder Software noch Hardware, sondern Mode-Accessoires und trojanische Pferde." - So hat sich unlängst ein Bekannter von mir über Apple geäußert. Und die Aussage ist nicht von der Hand zu weisen: Apple nutzt Hardware- und Softwaredongles an allen Ecken und Enden, um die Benutzer geeignet zu erziehen - entsprechend der eigenen Vorstellungen. MacOS läuft nur auf Rechnern von Apple (die haben das geeignete Dongle eingebaut), über den iTunes-Store wird fleißig Musik mit DRM ("Kopierschutz") verkauft. Der iPod akzeptiert nur noch von Apple zertifizierte Erweiterungsgeräte, Musik läßt sich sowieso nur mit iTunes hochladen. Auch das iPhone führt nur die Software aus, von der auch Apple es will - einzige Aufspielmöglichkeit ist im Regelfall wieder der apple-eigene App-Store. Und um allen widerspenstigen Nutzern beizukommen (so wurde heute bekannt), besitzt Apple auch die Möglichkeit, Programme auf allen iPhones zu löschen.
Es klang doch viel zu schön, um wahr zu sein: Apple vertreibt Songs auch ohne DRM - zwar nur gegen einen kleinen Aufpreis, aber immerhin. So zeigte Apple, daß DRM-freie Musik einen Markt darstellt, immerhin waren Kunden bereit, hierfür mehr Geld auszugeben.
Daß das Vertrauen in das eigene System wohl doch nicht so weit reicht, zeigt das Unofficial Apple Blog: Der Benutzername befindet sich im Klartext in der Datei. Und offensichtlich hatte man bei Apple obendrein "vergessen", die Benutzer auf diese Tatsache hinzuweisen.
Die AACS-LA ist der Ansicht, daß eine einzelne 128 bit lange Integer-Zahl ein Mittel zur Umgehung des Copyrights ist und daher (laut DMCA) nicht mehr verbreitet werden darf. Freedom to tinker hält dieser absurden Ansicht den Eulenspiegel vor: Auf ihrer Webseite kann man sich seine persönliche 128-Bit-Zahl generieren lassen, welche - nach obiger Argumentation - unter dieselben Schutzrechte fällt.
Inzwischen kennt sie jeder, aber keiner darf sie aufschreiben... sogar Digg bekommt kalte Füße und zensiert entsprechende Diggs, Wikipedia sperrt vorübergehend den HD-DVD-Artikel, und auch Google soll nicht mehr darauf verlinken dürfen.
Die Entscheidung von EMI, Musik ohne DRM zu verkaufen, hat allgemein für Wirbel gesorgt. Apple bietet DRM-freie Songs für 30 Ct. Aufpreis an - dies zeigt, daß die Kunden durchaus ein Bewußtsein für die Problematik besitzen - und umgekehrt DRM-freie Musik einen Markt repräsentiert.
Auch eine Reihe Musiker kann das Verhalten der großen Labels längst nicht mehr nachvollziehen - und einige haben das in Liedern publik gemacht.
Lutz Vogel und Benjamin Stephan stellen in ihrem gut dreiminütigem Film anschaulich dar, was die ursprüngliche Idee des Trusted Computings war - und was die Industrie daraus zu machen droht.
Sowohl inhaltlich als auch grafisch sehenswert!