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24C3-LogoDer 24. Chaos Communication Congress ist in vollem Gange; das Vortragsprogramm liest sich sehr spannend, und wer nicht vor Ort ist, kann den Vorträgen via Videostream folgen.


Über ein weiteres Beispiel für die geringe Sachkenntnis von Ermittlungsbehörden und Richtern bezüglich des Netzes (insbesondere von Tor) berichtet Kai Raven in seinem Artikel "Ein deutscher Tor Router Admin und die deutsche Justiz". Einem Betreiber einer deutschen Tor-Exit-Node wurde ein Strafbefehl zugestellt - er habe über seinen Server eine web.de-Adresse unter Angabe falscher Personalien ("Identitätsdiebstahl") angelegt und mit dieser einen Amazon-Gutschein über 51 Euro bestellt (und nicht bezahlt).


Hier der Bericht eines deutschen TOR-Node-Betreibers, wieso er sein Engagement aufgibt. Ich kann ihm nicht verübeln, daß nach diesen Ereignissen und den sich stapelnden Anwaltsrechnungen die Zivilcourage und der persönliche Einsatz ein Ende hat.


Eine weitere TOR-Node schließt ihre Pforten... äh, Ports. Ließ sich das Schließen des Servers letztes Jahr noch durch Intervention der Presse verhindern (der Provider hatte nach einer Anfrage des BKA dem Servermieter gekündigt), gibt der Betreiber nun freiwillig auf: Auf einen anonymen Tip hin, daß gegen ihn eine Telekommunikationsüberwachung eingeleitet worden sei, versuchte der Admin der TOR-Node unter Berufung auf das Datenschutzgesetz Auskunft zu erlangen.


Das ISC berichtet in diesem Artikel über ein Paper, in dem vorgestellt wird, wie man die Anonymität beim Surfen via Tor aushebeln kann (Mirror hier). Gleich vorneweg: Dies ist kein Angriff auf Tor selbst, sondern auf Browser(teile), welche die Proxy-Einstellungen ignorieren.


...nicht so heiß gegessen, wie's gekocht wird? Dieser Bericht liest sich doch recht entspannend, verglichen mit den dunklen Theorien über Einschüchterungen von TOR-Node-Betreibern in Deutschland.


Die Antwort der Ermittlungsbehörden dürfte wohl ein "Leider nein" sein. Aus ihrer Sicht dürften Anonymisierungsdienste eine lästige Erschwerung der Ermittlungen sein. Konnte man sich im Falle von JAP auf eine Protokollierung bei Bedarf einigen, ist die bei TOR prinzipiellbedingt nicht möglich.

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