Todo-Liste mit Taskwarrior und Mirakel

Ein zweiter Anlauf

Ich war ja sehr glücklich mit Astrid, der Todo-App für Android. Nach dem Kauf von Astrid durch Yahoo gab es zwar nach wie vor den Quelltext auf github, aber ohne die Weboberfläche habe ich meine Todos nach kurzer Zeit nicht mehr gepflegt. Der Fork Tasquid ist leider auch nicht in die Gänge gekommen, weshalb ich auf der Suche nach einer Alternative war. todo.txt schien mir eine probate Lösung zu sein, allerdings muß ich nach einem halben Jahr sagen, daß es für mich nicht gezündet hat: Das Killerargument waren die fehlenden Deadlines.

Also auf zu neuen Ufern. Kriterien sind nach wie vor eine unkomplizierte Eingabemöglichkeit am PC, eine adäquate Android-App, Synchronisation (natürlich) sowie das Vermeiden von Datenkraken wie Googles Todo-Feature.

Die Suche begann diesmal umgekehrt mit Android-Apps. Kandidaten waren any.do (etwas zu fancy, Daten wieder bei einer Firma, die ihre App verschenkt – hmm…), Simpletask (sehr schick! Wieder todo.txt-basierend, daher wieder das Drama mit den Deadlines) und shuffle. Shuffle bedient sich sehr slick, ist Opensource und kann mit Tracks, einer Ruby-on-Rails-Webanwendung synchronisieren. Dann entdeckte ich in Caschys Blog Mirakel – ebenfalls nett zu bedienen, ebenfalls Opensource, kann mit der Nerd-Todoliste Taskwarrior synchronisieren. Inzwischen scheinen auch die nervigen Notification-Probleme gelöst zu sein, und nachdem nun eine Synchronisation auch mit CalDAV in Arbeit ist, entschloß ich mich, das Experiment mit Mirakel zu starten.

CalDAV – tut leider noch nicht

CalDAV wäre meine erste Wahl gewesen, da hätte man nahezu freie Auswahl bei den Desktop-Clients gehabt. Daher habe ich mir einen Radicale-Server aufgesetzt, dank der Opensource-Android-Anwendung DAVdroid kann ich nun zwar Kalender und Kontakte synchronisieren, aber die Mirakel-Integration tat bei mir leider nicht.

Aber die Installation war keine vertane Zeit, wenn ich da etwas Vertrauen gefaßt habe, kann ich endlich(!) meine Google-Kalender (peinlich, ich weiß) einstampfen und auf meinen persönlichen Server umziehen.

Taskwarrior – etwas tückische Installation

Ok, so schlimm war’s dann auch nicht, es war vielleicht gestern abend einfach etwas zu spät ;-) Die Synchronisation mit dem neuen Taskwarrior-Server ist noch ziemlich neu. Ich habe bei mir taskwarrior in der Version 2.3.0.beta2, zusammen mit dem aktuellen git-master des taskd server (Revision 9a89bd4f41347b3b9cda01f54eb30d2b1ba76b39, laut Tag: 1.0.0.beta1) installiert. Die aktuelle Version des Servers (1.0.0.beta2) hat offenbar einen Bug in der SSL-Anwendung, sie bietet keinerlei Ciphers in einer Verbindung an, weshalb der Verbindungsaufbau fehlschlägt.

Berücksichtigt man diesen Hinweis, kann man den Server gemäß der Anleitung installieren und anschließend für Mirakel eine entsprechende Konfigurationsdatei erzeugen. Das gelang wirklich straight forward.

Mirakel, Desktop und Laptop synchronisieren nun munter über meinen eigenen Server. Die nahe Zukunft wird zeigen, ob das Setup für mich taugt; an den Charme der Kommandozeile von Taskwarrior wird man sich gewöhnen müssen (hat immerhin ein hübsches solarized-Theme dabei ;-), Zuverlässigkeit und Robustheit wird sich in den kommenden Wochen beweisen.

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