Privacy


Zum Jahresanfang ein klein wenig Admin-Fu... gelegentlich kommt man in die Verlegenheit, auf einem entfernten Rechner Daten ablegen zu wollen, die vom jeweiligen Admin nicht lesbar sein sollen (beispielsweise weil man diesem nicht hinreichend vertraut). Anstoß für meine Überlegungen war die Notwendigkeit, ein Backup übers Netz zu machen, wobei die Daten auf dem entfernten Rechner nicht lesbar (sprich: verschlüsselt abgelegt) sein sollten.
Da es sich hierbei nur um ein "Reservebackup" handeln sollte, hätte eigentlich eine einfache Kopie der Dateien (ohne eine Backup-History) genügt - daher ging mein erster Gedanke in Richtung eines verschlüsselten Dateisystems. Gleich vorneweg: Der Gedanke stellte sich als Irrweg heraus - weshalb erkläre ich im Abschnitt über die nun eingesetzte Alternative, nämlich duplicity. Trotzdem möchte ich die benötigten Schritte zur Einrichtung hier kurz dokumentieren.

Zwei kurze Notizen hierzu:
Die diversen Bundesbehörden orten fleißig Handys via Triangulation. Da dazu das Handy aus dem Schlafzustand aufwachen und senden muß, werden hierzu "stille SMS" versandt. Das passierte in den letzten fünf Jahren 1,7 Millionen mal.
Und Amazon hat unlängst ein Patent eingereicht, um Personen zu tracken, deren Ziel zu extrapolieren und dementsprechend die Werbung zu optimieren.
Das nur als Randnotiz, wohin die Reise wohl geht. Ich denke, in den kommenden Jahren wird Location Privacy und Privacy mobiler Geräte (insbesondere Smartphones) ein ganz großes Thema.


Die Tage ging You have downloaded durch die Presse. Die Seite tut das, was die Handlanger der Rechteverwerter schon seit langem tun: Sie überwachen den Verkehr auf Torrenttrackern und speichern, welche IP-Adresse sich an welcher Datei bedient - nur daß sie mit diesen Daten keine Auskunftsersuchen an die Behörden stellen, sondern das ganze als durchsuchbare Datenbank im Web präsentieren. Eine andere Nachricht, die die letzten Tage für Aufsehen gesorgt hat, war ein Urteil des europäischen Gerichtshofs, laut dem IP-Adressen personenbezogene Daten seien. Gerade letzteres ist Gegenstand vieler Diskussionen. Warum ich beides zusammen in ein Blogpost packe? Weiterlesen :-)


Vor fünf Jahren wurde eines der Szenarien in meiner Promotion, daß Läden und Einkaufszentren die Bewegungen ihrer Kunden tracken, als "unwahrscheinlich" und "science fiction" abgetan. Apple macht's nun zur Realität: Zwei amerikanische Malls tracken die Bewegungen ihrer Kunden anhand einer eindeutigen ID ihrer Smartphones (ich vermute, die MAC-Adresse).


Unter dem Schlagwort "Datenschutz aktuell" organisiert das vhs Bürgerfoyer am Mittwoch, den 16. November um 18 Uhr im Glasfoyer des TREFFPUNKT Rotebühlplatz eine Podiumsdiskussion. In dem Gespräch wird es um Stichworte wie "informationelle Selbstbestimmung", "Nutzung sozialer Netzwerke im Internet", aber auch "Notwendigkeit von Datensammlung und -speicherung" gehen.
Als Diskussionspartner sitzen Dr. Walter Kicherer als Vertreter aus dem Büro des Landesbauftragten und Jan Vanvinkenroye, dem Vorsitzenden des Shackspaces auf dem Podium - außerdem wurde ich (als Vertreter für den CCC Stuttgart) eingeladen. Moderiert wird das ganze von SWR-Redakteur Axel Graser.


Eben, beim Einkaufen an der Kasse...

Kassiererin: "Haben Sie eine Payback-Karte?"
Ich: "Nein, meine Seele gehört noch mir."
Kassiererin (nickt lächelnd): "Da haben Sie recht..."


Grandioser PR-Fail von Tomtom: In Holland hat Tomtom Verkehrsstatistiken an den Staat verkauft. Ursprünglich war angedacht, damit das Straßennetz zu optimieren - immerhin kann man damit analysieren, wo sich regelmäßig Staus bilden und kann daran ableiten, welche Straßenverbreiterungen den meisten Effekt bringen drüften. Der Staat hat aber auch nachgesehen, auf welchen Streckenabschnitten regelmäßig zu schnell gefahren wird - und wird dort nun vermehrt Radarfallen aufstellen.
Auch eine Art, den Staatshaushalt zu sanieren.


Die rasche Entwicklung des Internets in all seinen Facetten hat die gesellschaftliche und politische Entwicklung längst überholt. Langsam rückt nun die breite Masse nach, entdeckte zunächst die Vorzüge des Netzes - doch nun folgen auch Kritik und skeptische Gedanken. Gerade das Thema Datenschutz und Privatsphäre manifestiert sich hier besonders heikel - Daten lassen sich leicht austauschen, ein Verlust der Privatsphäre ist erst mit großer Verzögerung spürbar (typischerweise dann, wenn es zu spät ist und man negative Auswirkungen zu fühlen bekommt). Wie mit diesen Werten in Zukunft in einer vernetzten Gesellschaft umzugehen sei, streiten sich die Geister.
Als im Februar ein Landesdatenschutbeauftragter forsch gegen einen einzelnen Webseiten-Betreiber wegen der Verwendung von Google Analytics vorging, rauften sich einige empörte Twitterer zusammen und begannen (zunächst in einem gemeinsamen Editor, dann in einem Wiki und einem Blog), sich zusammenzuraufen. Den Name "datenschutzkritische Spackeria" gaben sie sich in Anlehnung an eine Diskussion auf dem 27C3, in welcher eine Gruppe Privacy-Gegner als "Post-Privacy-Spackos" bezeichnet worden waren.
Im Moment macht die Gruppe (die sich eigentlich als Gruppe erst noch formieren und finden muß, momentan scheint es mir eher ein kleiner Haufen Leute mit ganz grob ähnlichen Ideen zu sein) in der Presse von sich reden - so hat heute das Interview von Julia Schramm mit Spiegel Online einen regelrechten Shitstorm auf Twitter losgetreten.

Hier ein paar Gedanken von mir zu dem Thema:

Für alle, denen noch nicht klar war, was man mit den Daten der Vorratsdatenspeicherung anstellen kann: Der Grünen-Abgeordnete Malte Spitz ist zum Selbstversuch geschritten - die Zeit präsentiert das Ergebnis auf ihrer Webseite. In einer interaktiven Aufbereitung kann man für den Zeitraum vom August 2009 bis zum Februar 2010 beobachten, zu welchem Tageszeitpunkt er sich wo aufhielt, wann und wo er telefonierte bzw. SMS empfing oder versandte. Schon beim flüchtigen Abspielen des so entstandenen "Films" entsteht ein klares Bild über den durchschnittlichen Tagesablauf: Wann verläßt er sein Zuhause, von wann bis wann arbeitet er, wann geht er üblicherweise zum Essen und in welchem Cafe oder Biergarten spannt er nach Feierabend ab.


Alle paar Tage werfe ich einen Blick in den Spamordner. Manchmal verirrt sich ja doch etwas Ham dort hinein (passiert insbesondere dann, wenn mir jemand versehentlich nicht-PGP-verschlüsselte Mail an meine PGP-Mailadresse schickt). Fundstück des Tages war eine Spammail mit folgendem Hinweis am Ende:

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